Es beginnt mit einer Backform. Einer herzförmigen, um genau zu sein. Sie stand jahrelang zuoberst im Küchenschrank, hinter der Springform und dem Gugelhopf. Einmal im Jahr kam sie zum Einsatz, am Geburtstag der Enkelin. Dann zog die Enkelin nach London. Und die Backform blieb, wo sie war.
So geht es vielen Gegenständen in einem Leben, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Sie haben eine Geschichte. Einen Wert. Aber keinen Platz mehr im Alltag. Und genau hier beginnt eine der grössten Herausforderungen, wenn man sich entscheidet, leichter zu wohnen.
Wer aus einer Liegenschaft mit vier oder fünf Zimmern in eine überschaubare Wohnung zügelt, steht vor einer Aufgabe, die weit über Kartonschachteln hinausgeht. Jeder Gegenstand trägt Erinnerungen. Das Service der Grossmutter. Die Bohrmaschine, mit der man das Kinderzimmerregal gebaut hat. Die Guetzliformen, die nach Weihnachten duften.
Die Vorstellung, all das herzugeben, schmerzt. Nicht wegen des materiellen Werts, sondern weil sich das Loslassen anfühlt, als würde man ein Stück des eigenen Lebens weggeben. «Es ist ja nicht nur ein Haus», sagen viele. «Es ist ein halbes Leben, das dort drinsteckt.»
Und doch: Sich verkleinern ist kein Rückschritt. Es ist eine bewusste Entscheidung für mehr Leichtigkeit. Für Räume, die zum eigenen Leben passen, statt umgekehrt. Für einen Alltag, der sich nicht nach Unterhalt anfühlt, sondern nach Freiheit.
Als vor neun Jahren die ersten Bewohnerinnen und Bewohner nach Steckborn am Untersee zogen, stand genau diese Frage im Raum: Wohin mit den Dingen, die man nicht wegwerfen will, aber auch nicht mehr täglich braucht?
Die Antwort entstand nicht am Reissbrett, sondern am Küchentisch an einem Sonntagsbrunch. Jemand brachte eine Blumenvase mit, die zu schön war fürs Brockenhaus. Eine andere Bewohnerin stellte Backformen ins Regal, die sie nur noch selten benutzte. Ein dritter legte Werkzeug dazu. Und plötzlich war etwas entstanden, das niemand geplant hatte: die erste Boutique.
Heute gibt es bei MERITUS mehrere solcher Boutiquen. Eine für Blumenvasen und Cachepots. Eine für Backformen und Guetzlistecher. Eine für Geschirr und Kochutensilien. Eine für Werkzeug. Eine für Nähsachen und Tischwäsche. Und zwei, die vielleicht am meisten erzählen: die Bibliothek und die Ludothek.
Die Bibliothek entstand, weil eine Bewohnerin Gabriela Pestalozzi erzählte, dass unter den Nachbarinnen und Nachbarn längst ein reger Austausch von Büchern stattfand. «Ich habe gerade einen wunderbaren Krimi gelesen, willst du ihn?» Daraus wuchs die Idee, ein paar Gestelle aufzustellen. Kaum standen sie, füllten sich die Tablare: Krimis, Belletristik, Bildbände, Kochbücher, Reiseliteratur. Alles aus dem Bestand der Bewohnerinnen und Bewohner.
Das Schönste daran: Es gibt keinen Rückgabestempel. Kein Datum, bis wann man fertig gelesen haben sollte. Man nimmt sich ein Buch, liest es in eigenem Tempo und stellt es irgendwann zurück. Oder behält es. Oder gibt es weiter mit einer Empfehlung. «Lies das, es ist herrlich.»
In der Ludothek daneben stehen Gesellschaftsspiele, Jasskarten, Puzzles und vieles mehr. Einmal im Monat treffen sich Bewohnerinnen und Bewohner zu einem Spielnachmittag. Wer Lust hat, kommt. Wer lieber liest, bleibt in der eigenen Wohnung. Jassen, Scrabble, Schach, Yatzy. Und dann gibt es die Puzzlefans, die über Wochen mit Geduld und Hingabe ein 2000-teiliges Sujet zusammensetzen. Eine schöne Gelegenheit, gemeinsam Zeit zu verbringen, ohne viel reden zu können und trotzdem nicht allein zu sein.
Wer Eltern hat, die sich verkleinern, kennt das stille Unbehagen. Die Kiste mit dem alten Geschirr. Die Frage: «Willst du das noch?» Der Druck, nichts ablehnen zu dürfen, weil es sich anfühlt wie eine Zurückweisung. Und gleichzeitig der volle eigene Keller, die eigene Familie, der eigene Alltag.
Die Boutiquen bei MERITUS nehmen auch den Angehörigen etwas von dieser Last. Denn die Dinge der Eltern verschwinden nicht in einer Mulde und landen nicht im Brockenhaus. Sie bekommen ein zweites Leben. Die Kuchenform wird wieder benutzt. Die Blumenvase steht wieder auf einem Tisch. Das Werkzeug hilft jemandem bei einer kleinen Reparatur.
Das ist ein Gedanke, der entlastet: Die Erinnerungen lösen sich nicht auf. Sie wandern weiter. In andere Hände, in andere Geschichten, in andere gute Momente. Und vielleicht ist das die schönste Form des Vererbens: nicht besitzen, sondern teilen.
Die Boutiquen erzählen etwas über MERITUS, das sich schwer in einen Satz fassen lässt. Gemeinschaft entsteht hier nicht durch ein Programm und nicht durch einen Veranstaltungskalender. Sie wächst aus dem Alltag. Aus einer Backform, die jemand ins Regal stellt. Aus einem Buch, das jemand empfiehlt. Aus einem Puzzle, über das man ins Gespräch kommt.
Es ist ein Geben und Nehmen, das niemand organisiert und das trotzdem funktioniert. Weil es auf Freiwilligkeit beruht. Weil niemand etwas erwartet. Weil die Tür zur eigenen Wohnung jederzeit geschlossen werden darf.
In einer Zeit, in der wir immer mehr besitzen und immer weniger teilen, sind die Boutiquen ein kleiner Gegenentwurf. Ein Zeichen dafür, dass Lebensqualität nicht davon abhängt, wie viel man hat, sondern davon, wie gut das zusammenspielt, was da ist.
Selbstbestimmtes Wohnen 50plus bedeutet bei MERITUS auch: bewusst entscheiden, was zum eigenen Leben gehört. Und den Rest in gute Hände geben.
Wer weniger besitzt, hat mehr Raum. Nicht nur in der Wohnung, sondern im Kopf. Weniger Gegenstände, die gepflegt werden wollen. Weniger Verantwortung, die auf den Schultern liegt. Weniger Fragen, die nachts um drei auftauchen: Wann war der Handwerker zuletzt da? Wer räumt den Estrich? Was machen wir mit dem Keller?
Stattdessen: ein Morgen, der ruhig beginnt. Ein Blick auf den Untersee. Vielleicht ein Gang zur Bibliothek, um ein neues Buch zu holen. Oder ein Kaffee im Garten, mit jemandem, der gestern Abend einen guten Krimi fertiggelesen hat und unbedingt davon erzählen möchte.
So fühlt sich Leichtigkeit an. Nicht als Verzicht. Sondern als Gewinn.
Wenn Sie neugierig geworden sind, wie sich das anfühlt, erleben Sie MERITUS beim Probewohnen. Ein paar Tage in Ihrer eigenen Wohnung am Untersee, mit der Gemeinschaft im Hintergrund und der Freiheit, selbst zu entscheiden, wie Ihr Tag aussieht. Ganz unverbindlich.
Gabriela Pestalozzi
Geschrieben am: 20.02.2026 | Tags:
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